Die Position der SPD zur Schließung der Lehrschwimmbecken Koslar und Welldorf

Veröffentlicht am 26.09.2014 in Ratsfraktion

Die Entscheidung der Großen Koalition aus CDU und SPD, die Lehrschwimmbecken von Koslar und Welldorf zu schließen, ist das Ergebnis einer wochenlangen Phase der Beratung, Prüfung und Abwägung.

Dabei war der Erhalt des Schulschwimmens in Qualität und Quantität eine unabdingbare Voraussetzung.

Dass diese Entscheidung nicht einfach ist, darin waren sich alle Mitglieder der Großen Koalition einig. Die Grundlage für diese Entscheidung bestand aber aus einer Reihe von wichtigen Fakten, an denen man aus Gründen der Verantwortung für diese Stadt nicht vorbeisehen kann und die zu diesem Entschluss geführt haben:

  1. Der Haushalt der Stadt Jülich

Die Stadt Jülich hat über 140 Millionen Euro Schulden. Wenn diese Entwicklung so weiter läuft, dann wird Jülich in absehbarer Zeit handlungsunfähig und gerade den kommenden Generationen eine untragbare Last aufbürden. Daher ist es aus Sicht der SPD zwingend notwendig, Einsparungen vorzunehmen. Die Alternative bestünde in der Erhöhung von Steuern. Diesen Weg einer weiteren finanziellen Belastung der Bürgerinnen und Bürger möchten wir gerne vermeiden. Daher war bei dieser Entscheidung nicht nur das Interesse der Bürger von Koslar und Welldorf zu bedenken sondern aller Einwohner Jülichs. Die Sanierungskosten der Lehrschwimmbecken belaufen sich auf 300 000 €. Ob damit alle Schäden für die nächsten Jahre vollständig ausgebessert sind, bleibt dennoch offen. So wird Welldorf im Bereich der Wasserqualität die Standardanforderungen auch nach der Sanierung nicht erfüllen können. Hinzu kommen Betriebskosten von mehr als 120 000 € pro Jahr. Es stimmt, dass auch der Bustransport von Schülern zum Jülicher Hallenbad oder nach Titz und Linnich Geld kostet und dass auch ein stillgelegtes Lehrschwimmbecken Kosten erzeugt. Diese sind jedoch im Verhältnis zu den oben genannten Kosten geringer. Somit ist die Stilllegung beider Lehrschwimmbecken ein richtiger und wichtiger Schritt zur Entlastung des Haushaltes.

  1. Der Erhalt des Jülicher Hallenbades

Auf Dauer wird es finanziell nicht möglich sein, drei Schwimmbäder in Jülich zu erhalten. Bereits jetzt steigen die Reparatur- und Wartungsansprüche, wie der Fall Welldorf gezeigt hat. Aus diesem Grund ist uns daran gelegen, das Jülicher Hallenbad als größtes und wichtigstes der Bäder mittel- bis langfristig für alle zu erhalten. Folglich sind wir der Meinung, dass die Schließung der Lehrschwimmbecken von Koslar und Welldorf auch zur Sicherung des Jülicher Hallenbades beiträgt.

  1. Der Erhalt des Schulschwimmens

Dass Kinder und Jugendliche Schwimmen lernen müssen, steht für uns außer Frage. Daher war eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen, den Erhalt des Schulschwimmunterrichts weiterhin garantieren zu können. Mit einer stärkeren Auslastung des Jülicher Hallenbades, der Umstellung eines seit Jahren kaum veränderten alten Belegungsplanes und der Einbeziehung der Hallenbäder von Linnich und Titz ist dies auch weiterhin möglich. Dabei ist nicht außer Acht zu lassen, dass die Becken in Linnich und Titz größer und deshalb umfänglicher nutzbar sind. Damit ist auch die Qualität des Schulschwimmens für die Zukunft gesichert. Folglich war unsere Entscheidung kein Eingriff in den Schulstandort Jülich – im Gegenteil.

  1. Der Demographische Wandel

Bei der aktuellen Diskussion wird immer wieder auf den Demographischen Wandel hingewiesen. In Zukunft wird der Anteil der älteren Menschen zunehmen und der Anteil der jüngeren Menschen abnehmen. Wir werden also weniger und älter. Wenn der 1964er Jahrgang als einer der stärksten Geburtenjahrgänge von etwa 1,35 Mill. im Jahre 2031 in den Ruhestand geht, dann tritt der Jahrgang 2009 mit 0,657 Mill. Geburten in das Berufsleben ein. Bedeutet: Zwei gehen, einer kommt nach! Das wird auf Dauer zur massiven Erhöhung von Steuern und sonstigen Abgaben führen oder die Politik reagiert rechtzeitig und baut die Einrichtungen einer Stadt so um, dass sie zukunftssicher, finanzierbar und ausgelastet sind. Auch vor diesem Hintergrund ist die Schließung der Lehrschwimmbecken von Koslar und Welldorf ein wichtiger und richtiger Schritt im Hinblick auf die Zukunft Jülichs.

  1. Die Interkommunale Zusammenarbeit

Im letzten Kommunalwahlkampf gab es kaum eine Partei, die das Ziel der Interkommunalen Zusammenarbeit nicht als wichtige Aufgabe genannt hat, auch die Jülicher SPD. Nun bietet sich die Möglichkeit, dies in der Realität umzusetzen. Sowohl Linnich wie auch Titz besitzen ein Hallenbad, in dem noch Kapazitäten zur Verfügung stehen. Diese mit zu nutzen, kommt dabei sowohl Jülich wie auch den Nachbarkommunen zugute. Wir wollen ernst damit machen.        Darüber hinaus macht es zeitlich und entfernungstechnisch keinen Unterschied, ob beispielsweise Grundschüler aus Koslar nach Linnich oder Jülich bzw. aus Welldorf nach Titz oder Jülich ausweichen.

Fazit 

Vor dem Hintergrund dieser Fakten hat sich unsere Fraktion zu dem Schritt entschieden, die Lehrschwimmbecken von Koslar und Welldorf nicht weiter zu betreiben. Dass ein solcher Entschluss nicht bei allen Bürgerinnen und Bürgern auf Zuspruch stößt, ist für uns nachvollziehbar. Wir sehen uns aber dem Gemeinwohl als Ganzem verpflichtet und haben aus diesem Grund zusammen mit unserem Koalitionspartner diese schwierige Entscheidung getroffen.

Unabhängig von der Schließung der beiden Lehrschwimmbecken arbeiten wir gemeinsam mit der CDU bereits an einem Antrag, der die Möglichkeit, dass auch in Zukunft jedes Kind in Jülich schwimmen lernen kann, noch weiter fördern und ausbauen wird.    

 

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