Louise Schroeder

(1887-1957)

Dass die Stadt Berlin ein Grab in Hamburg finanziert, ist kein alltäglicher Vorgang und ein Anzeichen dafür, dass es sich um eine für Berlin bedeutende Persönlichkeit handeln muss - es ist das Grab von Louise Schröder. In Hamburg wurde Louise Dorothea Sophie Schroeder am 02. April 1887 als Tochter einer Gemüsehändlerin und eines Bauarbeiters geboren. Aufgewachsen ist sie in Hamburg-Altona, einem klassischen Arbeiterviertel und Hochburg der Sozialdemokratie. Diese Umstände und das Vorbild des Vaters ließen Louise Schröder 1910 in die SPD eintreten, in einer Zeit, in der Frauen innerhalb der Partei in der Minderheit waren und sich ihre Rechte der Gleichberechtigung noch erkämpfen mussten. In diesem Kampf war die junge Louise Schröder eine wichtige Vorreiterin. An der Gründung der AWO war sie maßgeblich beteiligt und bald machte sie sich als eine der ersten weiblichen Dozentinnen an der Deutschen Hochschule für Politik einen Ruf.
Seit 1919 war sie ebenfalls eines der jüngsten und wenigen weiblichen Mitglieder der Weimarer Nationalversammlung, die nach den Katastrophen des Ersten Weltkrieges und Geburtswehen der Weimarer Republik versuchte, dem neuen Staat eine demokratische Verfassung zu geben. Im Reichstag setzte sich Louise Schroeder vor allem für soziale Fragen ein und erarbeitete das erste Gesetz zum Mutterschutz. Auch brachte sie heikle Themen wie den Schutz von Prostituierten auf die Tagesordnung des Parlaments.
Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wurde sie mit Berufsverbot belegt und wiederholt Verhören durch die Gestapo unterzogen. Anders als viele ihrer Parteifreunde konnte sie aber einer Internierung entgehen und überstand die Zeit bis zum Kriegsende in Berlin, Hamburg und Dänemark. Nach dem Krieg kehrte sie in das zerstörte Berlin zurück und beteiligte sich am Wiederaufbau der Stadt, der AWO und der Sozialdemokratie. Als nach kurzer Zeit der erste Oberbürgermeister Berlins Otto Ostrowski zurücktrat, übernahm Louise Schroeder am 08. Mai 1947 seine Nachfolge. Sie war damit die erste und bisher einzige Frau an der Spitze der Stadt Berlin. Als Ernst Reuter zum offiziellen Nachfolger Ostrowskis gewählt wurde, jedoch auf Grund des sowjetischen Widerspruchs sein Amt nicht antreten konnte, blieb Louise Schroeder noch bis zum 07. Dezember 1949 amtierende Oberbürgermeisterin Berlins. Es ist die Zeit der Berlin-Blockade und der Luftbrücke, in der sie, von Krankheiten gezeichnet, zur wichtigen Symbolfigur für viele Berliner wird. Dem West-Berliner Senat wird sie nach dieser Zeit ebenso angehören wie dem 1949 neu gewählten Bundestag in Bonn. 1949 war sie zeitweilig auch als SPD-Kandidatin für das Amt des ersten Bundespräsidenten im Gespräch.
Im April 1957, an ihrem 70. Geburtstag, wird sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Berlin ernannt. Teil dieser Ehrenbürgerwürde ist die Finanzierung des Grabes in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Sie starb nur zwei Monate später, am 04. Juni 1957.
Auch nach ihrem Tod werden ihr viele Auszeichnungen zu Teil, so ist sie Namenspatin für ein Siedlungsviertel in Berlin-Spandau, für eine ganze Reiche von Schulen und Straßen in der ganzen Republik und seit 1998 verleiht der Berliner Senat die Louise-Schroeder-Medaille für Verdienste an der Demokratie, dem Frieden, der Gleichstellung und der sozialen Gerechtigkeit.

Marco Maria Emunds

 

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