Anna Stiegler

(1881–1963)

Am 27. Januar ist der nationale und internationale Holocaustgedenktag, an dem weltweit der unsagbaren Verbrechen des NS-Regimes und ihrer vielen Opfer gedacht wird. Als man diesen Tag, der offiziell den Titel „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ trägt, einführte, entschied man sich für dieses Datum, weil am 27. Januar des Jahres 1945 das Vernichtungslager Auschwitz/Birkenau von der roten Armee befreit wurde. Dabei steht der Name Auschwitz als Synonym für die vielen Konzentrations- und Vernichtungslager, mit dem die Nazis weite Teile Europas, vor allem Osteuropas, überzogen hatten. Aber auch in Deutschland selber gab es solche Lager, wie beispielsweise Dachau bei München, Buchenwald bei Weimar oder Ravensbrück gut 100km nördlich von Berlin. Letzteres war vor allem für weibliche Häftlinge vorgesehen und kostete vermutlich 28.000 Häftlinge das Leben.
In diesem Lager war auch Anna Stiegler von 1939 bis 1945 interniert, die man auf Grund ihrer Fürsorge für andere Gefangene den „Engel von Ravensbrück“ nennt.

Geboren wurde sie als Anna Sophie Marie Auguste Behrend am 21. April 1881 im mecklenburgischen Penzlin. Sie wollte Lehrerin werden, konnte sich aber eine solche Ausbildung als Tochter eines Landarbeiters nicht leisten und arbeitete als Kinderfrau unter anderem in Schwerin und Hamburg. Durch ihre zweite Ehe mit dem 10 Jahr jüngeren Carl Friedrich Stiegler kam sie in Kontakt mit der Politik und der Sozialdemokratie. Zu einer Art Erweckungserlebnis wurde für sie der 1904 in Bremen stattfindende Parteitag der SPD, bei dem vor allem die sozialdemokratische Frauenversammlung ihr Interesse weckte und sie ein Jahr später Mitglied der Partei werden ließ. Nach drei langen Jahren, in denen ihr das aktive politische Engagement als Frau auf Grund eines Gesetzes untersagt blieb, begann sie ihre politische Kariere als Schriftführerin in der Bremer Frauengruppe. Nach den Wirren des Ersten Weltkriegs wechselte sie zeitweilig zur USPD und wurde 1919 in die Bremerische Bürgerschaft gewählt. Dieses Mandat füllte sie, ab 1922 wieder für die SPD, bis 1933 aus. Nachdem die Nazis demokratische Bürgerschaft aufgelöst hatten, wechselte Anna Stiegler in den Untergrund. Sie begann Familien politischer Weggefährten zu unterstützen, die bereits den neuen Machthabern und ihrer Diktatur zum Opfer gefallen waren, hielt heimliche Parteiversammlungen ab und druckte und verteilte illegale Flugblätter gegen das Unrechtsregime. Durch einen Gestapo Spitzel wurde sie zusammen mit 150 weiteren Genossen enttarnt und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Anschluss erfolgte dann die Überführung ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Hier versuchte sie das Leid ihrer Mithäftlinge so gut es eben möglich war zu lindern, was ihr den bereits erwähnten Namen „Engel von Ravensbrück“ einbrachte.

Als die Front im Winter 1945 immer näher rückte, beschloss die SS am 27. April die Räumung des Lagers und trieb den großen Rest der Insassen auf einen Gewaltmarsch, der sich bis zum 03.Mai hinzog und nochmals viele Häftlinge das Leben kostete. Anna Stiegler überlebte auch diesen Todesmarsch und kehrte nach Bremen zurück, wo sie erfahren musste, dass ihr Mann noch in den letzten Kriegstagen von der SS ermordet worden war. Viel Zeit zum trauern blieb jedoch nicht. Unermüdlich knüpfte sie mit dem von ihr wieder ins Leben gerufenen Bremer Frauenausschuss an die Arbeit der Weimarer Jahre an und wurde 1946 erneut in die Bürgerschaft der freien Hansestadt Bremen gewählt. Ihr Hauptaugenmerk richtete sie nun auf Themen wie dem freien Zugang zur Schwangerschaftsverhütung und dem Schutz gefährdeter Mädchen und Frauen. Daneben gründete sie Altenheime, war Mitbegründerin der Bremer Arbeiterwohlfahrt und setzte sich gegen die Wiederbewaffnung der neu gegründeten Bundeswehr mit Atomwaffen ein.

Marco Maria Emunds

 

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